| Chronik
der Stadt Minden
9
Die Römer unter Varus erleiden in der »Schlacht im Teutoburger
Wald« durch die
beiderseits der Porta Westfalica
ansässigen Cherusker unter Arminius eine vernich-
tende Niederlage
16 Ein
römisches Heer unter Germanicus geht bei Minden über die Weser
gegen die
Cherusker und ihre Verbündeten
unter Arminius (Gespräch des Arminius mit seinem
im römischen Heere stehenden
Bruder Flavus über die Weser hinweg, bei der Porta
Westfalica?); nach den Schlachten
bei ldistaviso am Nammer Lager und ein Stück
weserabwärts am »Angrivarischen
Grenzwall« sehen sich die Römer veranlaßt, ihre
Pläne einer Eroberung Germaniens
bis zur EIbe endgültig aufzugeben
um 150
Der griechische Geograph Ptolemäus in Alexandria erwähnt Minden
in seiner
Erdbeschreibung
753
Der Frankenkönig Pipin der Kleine dringt auf einem Feldzug gegen die
Sachsen bis
nach Rehme und zur Weser vor
775
Während eines Feldzuges Karls des Großen gegen die Sachsen finden
bei Lübbecke
(Lidbeki) Kämpfe statt
784
Karl der Große erreicht auf einem Feldzug gegen die Sachsen bei Petershagen
(Huculvi)
die Weser; auf einem zweiten
Zug gegen Jahresende berührt er Rehme, beim Zusam-
menfluß von Weser und Werre
798
Auf einem Feldzug gegen die Sachsen geht Karl der Große bei Minden
über die Weser ,
nachdem er schon vorher diesen
Ort auf seinen Kriegszügen mehrfach berührt haben
dürfte
Karl der Große hat den
im Bereich des heutigen Domes gelegenen Haupthof des
Sachsenherzogs Widukind in Besitz
genommen und sich damit sowohl den Weser-
übergang als auch den Zugang
durch die Westfälische Pforte gesichert; Reste des
Hofes Widukinds standen in der
Nähe des Domes noch bis 1613
In der Folgezeit entwickelt sich
aus den an die Domburg angelehnten Ansiedlungen
von (Fern- )Kaufleuten und Handwerkern
ein städtisches Gemeinwesen unter der Ver-
waltung des Bischofs als Stadtherrn
; vgl. um 1200, 1232
Unmittelbar am Weserufer liegt
die Ansiedlung der Fischer und Schiffer, später
»Fischerstadt« genannt,
eine Vorstadt, die noch im 18. jahrhundert ein weitgehend
selbständiges Gemeinwesen
mit eigenem Bürgermeister und eigenem Rathaus ist
um 800
Karl der Große gründet in Minden ein Bistum; die Diözese
umfaßt den Raum
zwischen Osnabrück und Hannover
in west-östlicher und zwischen Verden an der
Aller und Holzminden an der Weser
in nord-südlicher Richtung
803
Erkanbert (Herkumbert), der erste Mindener Bischof, wird namentlich genannt;
um
diese Zeit entsteht an der Stelle
des heutigen Domes die erste Kathedralkirche; der
Hauptaltar dieser und aller folgenden
Domkirchen wird über einem vorchristlichen
Brunnenheiligtum errichtet (vgl.
die Schreibweise Mimthum, Minithum in einer
urkundlichen Nachricht aus dem
jahre 798)
852
Ludwig der Deutsche hält in Minden (Mimida) einen allgemeinen Gerichtstag
ab
um 870 Der Dom erhält das
älteste in Minden noch vorhandene Evangelistar; der zu-
gehörige Buchdeckel zeigt
ein Elfenbeinrelief, im Domschatz, aus gleicher Zeit
924
Die Ungarn unternehmen einen großen Beutezug durch Italien und Frankreich,
kehren durch Franken und Niedersachsen
zurück und streifen dabei durch das nord-
Östliche Westfalen; das
Stift Herford und wahrscheinlich auch die Stifte Möllenbeck
und Obernkirchen werden überfallen
und zerstört, Minden dagegen bleibt - vielleicht
wegen seiner geschützten
Lage und seiner Befestigung - unbehelligt
947
Eine Feuersbrunst vernichtet Minden und den ersten Dombau
952
Der zweite, erweiterte Dombau wird von Bischof Helmward geweiht; erhalten
ist
von diesem Bau der untere Teil
des Westwerks
961
7. juni. Otto der Große verleiht BischofLandward von Minden die Immunität
(Befrei-
ung von aller fremden Gerichtsbarkeit)
977
19. März. Kaiser Otto II. verleiht dem Mindener Bischof Milo den Königsbann
(die
hohe Gerichtsbarkeit), ferner
das Recht, hier Münzen zu schlagen, einen öffentlichen
Markt abhalten zu lassen sowie
Zoll zu erheben; damit gehen alle Rechte, welche
der Kaiser in Minden noch hatte,
von diesem auf den Bischof über
um 1000 Bischof Ramward verlegt
das von Bischof Milo 993 auf dem Wittekindsberg an
der Porta gegründete Benediktinerinnenkloster
nach Minden, damit entstehen hier
Kirche und Kloster St. Marien;
an der ursprünglichen Stelle ist die »Margarethenklus«
noch erhalten
1003
Kaiser Heinrich II. besucht Minden, um von hier aus - ebenso wie seine
nächsten
Nachfolger - Regierungsgeschäfte
wahrzunehmen
1018
Herzog Bernhard derjüngere von Sachsen, der sich gegen Kaiser Heinrich
II. erhoben
hatte, wird in der Schalksburg
(Hausberge) vom Kaiser belagert; der Herzog unter-
wirft sich schließlich
dem Kaiser und söhnt sich mit ihm aus
1024
Kaiser Konrad II. besucht Minden und feiert hier das Weihnachtsfest; er
hält hier einen
Fürstentag ab und nimmt
Huldigungen entgegen; weitere Besuche 1030 und 1033
1029
13. April. Kaiser Konrad II. bestätigt die von Bischof Sigibert vollzogene
Gründung
des St.-Martini-Stifts
1039-1056
Kaiser Heinrich III. weilt dreimal in Minden
1042
Bischof Bruno gründet auf dem Werder zwischen den beiden Brücken
das Benedik-
tinerkloster St. Mauritii
1062Während
eines Besuches Kaiser Heinrichs IV., der in Minden das Pfingstfest (19.
Mai)
feiert, bricht bei einem Streit
zwischen dem kaiserlichen Gefolge und den Bürgern
ein Feuer aus, das Dom und Stadt
zerstört
1071
Bischof Eilbert weiht den wiederaufgebauten, erneut erweiterten Dom; aus
dieser
Zeit: das »Mindener Kreuz«,
ferner im Domschatz der Reliquienschrein St. Petri und
das Armreliquiar der hl. Margarethe
1075
Die Marktkirche St. johannis Baptista, beim Stadtbrand 1062 zerstört
und durch den
Mindener Bürger Volkmar
wiederaufgebaut, wird geweiht
um 1075
Der Domdechant lco (1075 urkundlich erwähnt), wahrscheinlich aus Trier
nach
Minden gekommen, gründet
St. Simeonis; vgl. 1214
um 1075/1100
Neben dem wiederaufgebauten Dom entsteht der Domkreuzgang als zwei-
geschossige Anlage, wohl nach
dem (durch den Domdechanten lco vermittelten)
Vorbild des Kreuzgangs des um
1050 gegründeten Stiftes St. Simeonis an der Porta
Nigra in Trier; in Minden ist
die zweigeschossige Anlage im Ostteil des Kreuzgangs
noch erkennbar
1096
9. Februar. Die Edelherren vom Berge, als Schutzvögte des Stiftes
Minden, mit Sitz
auf der Schalksburg (Hausberge),
erstmalig erwähnt; das Geschlecht ist 1398 erloschen
um 1150 Das Nonnenkloster, spätere
Damenstift, in Quernheim wird von dem Osnabrücker
Bischof Philipp von Katzenelnbogen
gegründet; Quernheim gehörte damals und in
der Folgezeit zum Mindener Land
In Minden werden die Kirchen
St. Marien und St. Martini in erweiterter Gestalt, mit
eingewölbtem Mittel- und
Querschiff, erbaut; ebenso wahrscheinlich auch das Haus
Brüderstraße 2, jetzt
Gaststätte »Alte Münze«, vermutlich ein »festes
Haus« außerhalb
der damaligen Stadtbefestigung
und Sitz des Propstes von St. Martini
1163
21. März. Kloster Loccum wird gegründet
1168
I. Februar. Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, wird
im Mindener
Dom mit Mathilde, der Tochter
König Heinrichs II. von England, getraut; er schenkt
dem Dom einen Hof in Lahde
um 1180
In Minden ist eine alljährlich stattfindende vierzehntägige Martinimesse
bezeugt
1189
21. März. Kaiser Heinrich VI. verleiht Bischof Thietmar von Minden
das Recht, die
kürzlich im Bistum Minden
bei Dehem (Dehme, Kr. Minden) und bei Cruckeberge
(Krückeberg, Kr. Rinteln)
entdeckten Silbervorkommen
auszubeuten
um 1200
In Minden wird das Stift St. Johannis Evangelista gegründet, die St.-
Johannes-
Kirche erbaut
Am nördlichen Rande des
Mindener Marktes, dort, wo von den ursprünglichen Kern-
bereichen der städtischen
Ansiedlung die Kaufmannssiedlung (um den Marktplatz)
und die Handwerkersiedlung (Scharn
- Poos - Bäckerstraße) sich berühren, steht
wahrscheinlich bereits das »Alte
Werk« des Rathauses
1214
I. Juni. Der Bau der Pfarrkirche St. Simeonis in Minden wird geweiht; vgl.
1594
und 1911
1221
Die Burg Reineberg, nahe Lübbecke, erstmalig erwähnt
1227
(März/ April ?) Das Zisterzienserinnenkloster, spätere Damenstift,
in Levern wird von
dem Mindener Bischof Konrad von
Rüdenberg gegründet
1232
Die Stadt Minden hat gegenüber dem Bischof weitgehende Selbständigkeit
erlangt;
sie führt ein eigenes Siegel;
ein Wochenmarkt wird eingerichtet
Die Weserbrücke in Minden
erstmalig bezeugt; es handelt sich wahrscheinlich um
eine Holzkonstruktion auf steinernen
Pfeilern ; vgl. 1594
um 1233
Das Dominikanerkloster St. Pauli an der Alten Kirchstraße wird gegründet;
die
Klosterkirche wird 1260 geweiht
1246
22. Mai. Die Städte Minden, Münster, Osnabrück und Herford
schließen sich im
Ladberger Vertrag zu wechselseitigem
Schutz zusammen; dieser Städtebund ist einer
der Vorläufer der Hanse
1255
Die Stadt Minden tritt dem 1254 in Mainz abgeschlossenen großen rheinischen
Bund
bei
1259
13. Februar. Bischof Widekind von Minden erwirbt vom Abt von Fulda durch
Kautf
Stadt und Stift Hameln und behauptet
seinen Besitz gegenüber den Hamelnern in
der Schlacht bei Sedemünder,
Kr. Springe, 1260 Juli 28 (Sage vom Auszuge der Hamel-
ner Kinder)
1260
27. Oktober. Die Mindener Bürger büßen einen Aufstand gegen
den Bischof durch
Geldstrafe und Bußgang
1261
Bischof Widekind von Minden erwirbt von den Grafen von Schaumburg die Graf-
schaft Stemwede (im Norden des
heutigen Kreises Lübbecke); die dortigen Frei-
bauern erhalten 1263 die Rechtsstellung
der Mindener Ministerialen
Bischof Kono von Minden, Nachfolger
BischofWidekinds, verleiht der Stadt Wunstorf
das Mindener Stadtrecht und bestimmt,
daß die Stadt Wunstorf in zweifelhaften
Fällen ihr Recht bei der
Stadt Minden suchen solle; vgl. 1285
um 1261-1278
Der Domdechant Gerhard von Minden schreibt seine Fabeln, die ältesten
Fabeldichtungen in niederdeutscher
Sprache
1264
22. Februar. Bischof Kono gestattet eine Erweiterung der Stadt Minden;
der Stadtkern
erhält in der Folgezeit
seine heutige Ausdehnung
1265
Das Dominikanerinnenkloster Lahde wird durch Widekind vom Berge gegründet
;
1306
nach Lemgo verlegt
um 1270
Das Langhaus des Domes erhält seine heutige Gestalt der gotischen
Halle
Das »Neue Werk« des
Mindener Rathauses mit der Rathauslaube wird errichtet;
Das Haus Brüderstraße
2 erhält gotische Maßwerkfenster (Hauskapelle des Propstes
von St. Martini?)
1277
13. Februar. Landfriedensbündnis der Stifte und Städte Minden
und Herford, des
Grafen OttO von Ravensberg und
der Stadt Bielefeld
1279
30. Januar. Bischof Volquin von Minden erhebt Lübbecke zur Stadt und
erteilt allen
Unfreien, die nach Lübbecke
ziehen und dort bleiben, Freiheit; in Lübbecke gilt
Mindener Stadtrecht
1280
19. Mai. Bischof Volquin überträgt Rodenbeck der Stadt Minden
zu Eigentum
1285
24. August. Der Rat der Stadt Minden bezeugt, daß in Hannover bereits
seit alten
Zeiten Mindener Stadtrecht gilt
und daß die Bürger von Hannover (in zweifelhaften
Fällen) in Minden ihr Recht
suchen und empfangen
1295
5. Oktober. Durch Verlegung von Neustadt am Rübenberge nach Lübbecke
wird
hier das Stift St. Andreas begründet
13. Jh.
Theateraufführungen in Minden bezeugt
1301
6. Januar. Die Stadt Minden gibt sich eine neue Verfassung, die bis 1711
in Kraft bleibt ;
das Schwergewicht liegt bei den
Groß- und Fernhandelskaufleuten, die zunächst allein
ratsfähig sind
1306
I. Mai. Burg Petershagen gegründet; der um seine Sicherheit und Entscheidungs-
freiheit besorgte Bischof verlegt
seine Residenz aus der Stadt Minden nach Peters-
hagen
1335
29. August. Bischof Ludwig von Minden gründet die Schlüsselburg
1338
25. Mai. Grundsteinlegung für die Neugestaltung der Seitenschiffe
der Kirche St.
Martini in Minden; in der Folgezeit
erhalten die Kirchen St. Marien und St. Martini
im wesentlichen ihre heutige
Gestalt
um 1340/45
Der Maler Meister Bertram von Minden wird in Minden geboren (gestorben
zwischen 1410 und 1415 in Hamburg)
1342
Weserhochwasser; das älteste, von dem die Quellen berichten
1350
Pest, 24 Wochen lang
um 1350
Judenverfolgungen in Minden und Lübbecke
1351
Bischof Gerhard von Minden erwirbt Rahden von den Grafen von Hoya
1358
Minden gehört mit Dortmund, Soest, Münster, Osnabrück, Bremen,
Braunschweig,
Hannover und anderen zu den ersten
Hansestädten
1362/66
Petershagen wird zum Wigbold erhoben und erhält Lübbecker Recht;
vgl. 1279
1370
9. Oktober. Der gelehrte Dominikaner Heinrich von Herford stirbt im Dominikaner-
kloster St. Pauli in Minden (geboren
um 1300 in Herford)
1375
10. Februar. Weserhochwasser, das Wasser steht im Mindener Dom
1377
16.-18. November. Kaiser Karl IV. verweilt auf der Durchreise von Tangermünde
nach Aachen im Dominikanerkloster
in Minden, um hier das Grab des Dominikaners
Heinrich von Herford zu besuchen
1379
26. Mai. Ein großes Unwetter zerstört alle Weinberge in der
Mindener Gegend
1396
12. November. Der Mindener Altbürgermeister Heinrich Giseler stiftet
ein Hospital
für arme Pilger und bedürftige
Kranke; Gedenkstein von 1612 jetzt in der Eingangs-
halle des Rathauses
1400
Schlüsselburg wird zum Wigbold erhoben und erhält Petershagener
Recht; vgl. 1362/66
um 1400 Der Kanoniker an St.
Johannis in Minden, Eberhard von Zersen, schreibt »Der
Minne Regel« sowie verschiedene
Minnelieder nieder
1405-1408
In der »Mindener Schicht«, einer Stadtunruhe, erreichen die
Handwerker eine
stärkere Beteiligung am
aktiven Wahlrecht zum Rat
1406
Die Mindener Bürgerschaft versucht, das Domkapitel zur Wahl eines
ihr genehmen
Bischofs zu zwingen
um 1410/15
Der Chronist Hermann von Lerbeck, Dominikaner im Kloster St. Pauli in
Minden, gestorben (geboren um
1345 in Lerbeck, Kr. Minden)
1421
Das Kloster St. Marien in Minden wird in ein Damenstift umgewandelt
1430
26. Mai. Die Stadt Minden erwirbt das Ritterbruch, westlich der Stadt gelegen;
eine
Folge dieses Erwerbs ist die
heutige weite Ausdehnung des Stadtgebietes nach Westen ;
vgl. 1539
1435
27. März. Das Benediktinerkloster St. Mauritii wird wegen seiner Gefährdung
durch
Weserhochwasser vom Werder zur
Pfarrkirche St. Simeonis in Minden verlegt
1439
Pest
1451
31. Juli-10. August. Kardinal Nicolaus von Cues, als päpstlicher Legat,
ordnet in
Minden die kirchlichen Verhältnisse
1460
In Minden ist eine städtische Leinenlegge bezeugt, wo die Leinwand,
auch die vom
Lande kommende, geprüft
und anschließend öffentlich versteigert wird
um 1460
Der Domherr Heinrich von Sloen genannt Tribbe (etwa 1410-1464) beschreibt
Stadt und Stift Minden; seine
Niederschrift heute in der Staatsbibliothek Berlin
1464Neben
der Pfarrkirche St. Simeonis errichten die Benediktiner die St.-Mauritius-Kirche
als Oratorium; der Bau der Kirche
wird 1495 vollendet; vgl. 1806, 1950
1468-1471
Während einer großen Fehde zwischen den Grafen von Schaumburg
und Bischof
Albert von Minden werden Minden
und Lübbecke belagert; das Mindener Land wird
weithin verwüstet
1483
Bauarbeiten am Turm der St.-Marien-Kirche; aus dieser Zeit stammt der Stein
mit
dem Wappentier (Fischotter) der
Familie von Leteln, unter dem dritten Gesims an
der Südseite des Turmes
1484
Pest
1496
10. August. Ein großes Unwetter und »Erdbeben« bringt
in Minden und im Mindener
Lande zahlreiche Bauwerke zum
Einsturz
1503
Bei der Kirche St. Martini in Minden wird eine neue »Zeygerklocken«
(Turmuhr)
erwähnt
1511
St. Martini erhält eine hohe Turmhaube
Im Herbst hält Bischof Franz
I. von Minden ein vierzehntägiges Turnier auf dem
Mindener Marktplatz ab
1513
Vom 11. November 1512 bis zum 2. Februar 1513 ist infolge eines besonders
strengen
Winters die Weser zugefroren;
danach herrscht von Mai bis Oktober eine große
Dürre; später reißt
ein infolge anhaltender Regengüsse einsetzendes Hochwasser die
hölzerne Weserbrücke
von fünf steinernen Pfeilern; große Hungersnot
1519
April. Das Stift Minden wird in die Hildesheimer Stiftsfehde verwickelt
und schwer
verwüstet; Bischof Franz
von Minden läßt Petershagen und die Stiftsburgen Haus-
berge und Rahden verbrennen,
um sie nicht in Feindeshand fallen zu lassen; sein
Vorhaben, auch die Mindener Vorstädte
abbrennen zu lassen, scheitert am Wider-
stand der Mindener Bürger
Als Folge des Krieges bricht
im Mindener Land die Pest aus
1521-1529
Die Reformation dringt nach Minden ein und setzt sich bald vollständig
durch
1529
Seuche: »Engelländischer Schweiß« (Schweißfieber,
sudor anglicus)
1530
13. Februar (Sonntag Septuagesimae). Die Mindener Kirchenordnung, verfaßt
von
Nicolaus Krage, wird von der
Kanzel der St.-Martini-Kirche bekanntgemacht
um den 25. Juni. Im Mindener
Dominikanerkloster wird die erste evangelische höhere
Schule Westfalens, das heutige
Altsprachliche Gymnasium, eröffnet; das Kloster wird
1539
aufgelöst; das Gymnasium verbleibt hier an der Alten Kirchstraße
bis 1880
Die Burg Haddenhausen wird durch
die Mindener eingenommen und zerstört;
Wiederaufbau um 1540, Neugestaltung
1613-1616
1532
Pest
1535
Der revolutionäre Reformator Nicolaus Krage wird aus Minden ausgewiesen
1536
Minden wird - als einzige Stadt Westfalens - Mitglied des Schmalkaldischen
Bundes
1539
2. Januar. In Minden erhalten die Mitglieder der Ämter (Zünfte)
neben den (bis dahin
allein ratsfähigen) Kaufleuten
nunmehr auch das passive Wahlrecht zum Rat
23. August. Ein Schiedsspruch
über die Nutzung des Ritterbruchs legt die Rechte der
Stadt Minden und der an das Ritterbruch
angrenzenden Dörfer fest; in diesem Zu-
sammenhang entsteht die älteste
Ansicht der Stadt Minden, der Porta Westfalica
und des westlich anschließenden
Bereichs;
1543
4.-7. Februar. Die Stadt Minden gibt Bischof Franz II. von Minden in der
Fastnachts-
zeit ein viertägiges Festessen
mit Turnier
1544-1547
Der schwäbische Baumeister Jörg Unkair errichtet im Auftrage
Bischofs Franz' II.
das Schloß Petershagen;
Weserrenaissance; die Bauarbeiten werden durch die Kampf-
handlungen des Schmalkaldischen
Krieges vorzeitig beendet; Nordflügel um 1565 ent-
standen, nochmalige Umgestaltung
um 1610
1547
14. Februar. Die Stadt Minden, ohne Hilfe seitens des Schmalkaldischen
Bundes, muß
sich ergeben und wird von den
Kaiserlichen kampflos eingenommen
Das spätgotische Kaufmannshaus
(»Hansehaus«) Papenmarkt 2 errichtet
1552
4. Januar. Kaiser Karl V. verleiht den Bürgern der Stadt Minden das
Recht der freien
Schiffahrt auf der ganzen Weser
1553
13. Januar. Hochwasser überflutet die Mindener Weserbrücke und
steht auf dem
Markt; anschließend bricht
eine Seuche aus
I. Mai. Die Bürger der Marien-
und der Simeons-Vorstadt ziehen wegen drohender
Belagerung durch Herzog Philipp
Magnus von Braunschweig-Wolfenbüttel in die
Stadt, diese Vorstädte werden
aufgegeben; dagegen bleibt die Fischerstadt, weil besser
geschützt, bestehen
Markgraf Albrecht von Kulmbach
unternimmt einen Beutezug durch das Mindener
Land und belagert Petershagen
(wenig später, am 9. Juli 1553 in der Schlacht bei
Sievershausen, wird er vernichtend
geschlagen)
1561
Haus Voß am Johanniskirchhof in Minden wird erbaut
1568/69
Haus Ulenburg errichtet
1569
19. Januar. In Minden wird die Haube des Marienkirchturms durch Blitzschlag
zer-
stört; beim Wiederaufbau
des Kirchturms, an den ein Wappenstein Bischof Hermanns
(unterhalb des östlichen
Zifferblattes) erinnert, wird der Turm um ein Geschoß mit
einer weiteren Fensterreihe aufgestockt,
und die Haube erhält annähernd ihre jetzige
Gestalt
1573
25. April. Langwierige Streitigkeiten zwischen dem Bischof und der Stadt
Minden
enden mit dem Lübbecker
Rezeß im wesentlichen zugunsten des Bischofs
1576
3. März. Georg von Holle, kaiserlicher Oberst und bedeutender Söldnerführer,
stirbt
in dem von ihm um 1551-1555 errichteten
Haus Himmelreich bei Friedewalde; er wird
in Minden in der Kirche St. Marien
beigesetzt, wo ein großes Epitaph an ihn erinnert
(geboren am 17. März 1514,
in Hausberge?); Haus Himmelreich wurde um 1885 ab-
gerissen, Reliefs an der Kirche
in Friedewalde
um 1592
Eine günstige Getreidekonjunktur ermöglicht das Entstehen zahlreicher
Bau-
werke im Stil der Weserrenaissance;
in Minden werden die Häuser Hagemeyer am
Scharn und Hill an der Bäckerstraße
errichtet
1594
Die Kirche St. Simeonis in Minden erhält einen Turm; vgl. auch 1911
1594-1597
Die Mindener Weserbrücke erhält durch Meister Lüdeke aus
Hamburg gewölbte
steinerne Bogen anstelle der
bisherigen Holzkonstruktion; vgl. 1813
1598
Pest
1613
8. Januar. Das vom Stadtsyndicus Dr. Johann Averberg in systematischer
Ordnung
zusammengefaßte Mindener
Stadtrecht wird vor der auf dem Markt versammelten
Bürgerschaft verlesen und
damit in dieser neuen Fassung in Kraft gesetzt
1622
Bauarbeiten an der Bunten Brücke, damals »Brücke am Ziegelhof«
genannt (städtische
Ziegelei auf dem Werder vor Minden);
wahrscheinlich erhält in diesem Zeitpunkt
auch diese Brücke steinerne
Bogen, wie sie die Vogelschau von Wenzel Hollar (1657) zeigt
1625
15. August. Einzug der kaiserlichen Besatzung; kaiserliche Truppen halten
Minden
während des Dreißigjährigen
Krieges von 1625 bis 1634 besetzt
1627
24. März. Kaiser Ferdinand II. gewährt der Stadt Minden einen
besonderen Schutz-
brief; als äußeres
Zeichen erhält die Stadt den kaiserlichen Adler verliehen und führt
ihn seither neben den gekreuzten
Schlüsseln des Stifts Minden in ihrem Wappen
12. August. Kaiser Ferdinand
II. verleiht der Stadt die Stapelgerechtigkeit; seither muß
alles Getreide sowie Bau- und
Flößholz, das auf dei Weser an der Stadt vorübergeführt
wird, hier drei Tage lang »gestapelt«
und gegen den gemeinen Wert feilgeboten
werden
1630
Ostersonntag (28. März a. St. bzw. 31. März n. St.) Bischof Christian
von Minden
verfügt mit Wirkung vom
Ostersonntag an die Einführung des Gregorianischen
Kalenders; dieser bleibt jedoch
zunächst nur bis 1633/34 in Kraft; vgl. 1668
1633
Das Mindener Land wird von den Schweden besetzt
1634
23. Juli - 10. November. Schwedische Truppen unter Herzog Georg zu Braunschweig-
Lüneburg belagern Minden;
während der Belagerung muß Notgeld geprägt werden ;
am 10. November zieht die kaiserliche
Besatzung ab
1635
13. Januar. Herzog Georg zu Braunschweig-Lüneburg setzt in Minden
anstelle des
jährlich wechselnden einen
»perpetuirlichen« Rat ein; die Bürgerschaft stellt jedoch
am 5. Juni 1637 den früheren
Verfassungszustand wieder her
1639
5./15. Februar. Otto Wilhelm Graf v. Königsmarck als Sohn eines schwedischen
Generals in Minden geboren; als
General in schwedischen, kurpfälzischen, französi-
schen und zuletzt als Generalfeldmarschall
in venezianischen Diensten; gestorben
während eines Feldzugs in
Griechenland 15. 9. 1688
1643
7.-8. Januar. Weserhochwasser; das Wasser steht so hoch, daß Schiffe
unmittelbar
von der Brücke aus betreten
werden können
1644
Schwedischer Wappenstein im Hause Lagemann und Schelken an der Bäckerstraße
1645
2. Mai. Königin Christine von Schweden, seit 1633/34 Landesherrin,
erteilt der Stadt
Minden das »jus districtus
seu territorii« innerhalb ihrer Landwehren und gibt Minden
damit die Stellung einer freien
Stadt
1648
Durch den Westfälischen Frieden werden Stadt und Stift Minden als
weltliches
Fürstentum (anstelle des
erstrebten Vorpommern, das an Schweden fällt) dem Kur-
fürsten Friedrich Wilhelm
von Brandenburg (dem Großen Kurfürsten) zugesprochen ;
Bischof Franz Wilhelm, der 60.
und letzte Bischof von Minden, wird zum Verzicht
gezwungen
1650
12./22. Februar. Die Landstände des Fürstentums Minden huldigen
dem Kurfürsten
im Schloß Petershagen
13./23. Februar. Auch die Stadt
Minden muß sich der Übermacht fügen, die Vertreter
der Stadt huldigen ebenfalls
dem Kurfürsten in Petershagen
7./17. September. Die Stadt Minden
wird durch den schwedischen Kommandanten
dem brandenburgischen Kommandanten
übergeben
In Minden wird eine Reformierte
Gemeinde gegründet
um 1650-1680
In Minden finden zahlreiche Hexenprozesse statt
1656
Frühjahr. Einer Pockenepidemie fallen in Minden mehr als 200 Kinder
zum Opfer
1658
16. Februar. Weserhochwasser ; die Weserbrücke wird beschädigt
1659-1662
Das Mindener Rathaus erhält seine bis 1945 bestehende Gestalt, altes
und neues
Werk werden unter einem Dach
vereinigt
1664
Weserhochwasser; Hochwasserstein am Hause Oberstraße 68 mit einem
Fisch
(Grimpe?), dem Wahrzeichen der
Mindener Fischerstadt
1666
Der erste Buchdrucker in Minden (und im gesamten Minden-Ravensberger Lande),
Johannes Matthaeus Heddewig,
aus Rinteln kommend, nimmt seine Arbeit auf
1668
2./12. Februar. Der Gregorianische Kalender (»neuer Stil«)
wird durch einen beson-
deren kurfürstlichen Erlaß
im Fürstentum und in der Stadt Minden wiedereingeführt ;
in diesem Jahre fällt der
Sonntag Estomihi nach dem bis dahin hier geltenden Julia-
nischen Kalender (»alter
Stil«) auf den 2. Februar, nach dem Gregorianischen Kalender
auf den 12. Februar; die Änderung
wird dadurch herbeigeführt, daß der Sonntag
Estomihi nicht mehr als der 2.
Februar, sondern als der 12. Februar gerechnet wird;
vgl. 1630
1669
Ende September. Die Regierung des Fürstentums Minden wird von Petershagen
nach
Minden verlegt und bezieht hier
den ehemaligen Bischöflichen Hof am Großen Dom-
hof (an der Stelle des heutigen
Stadthauses)
1674
Die Weser bleibt bis in den März hinein gefroren, erst in der Osternacht
beginnt der
Eisgang
6. September. Der erste Bau der
Reformierten Kirche in Minden, auf dem Gelände
des Derenthalschen Hofes an der
Ritterstraße errichtet, wird durch den Prediger
Johann Heukenroth eingeweiht;
vgl. 1739
1679
Juni. Im »Holländischen Krieg« erobern die Franzosen nach
zweimaligem vergeb-
lichem Sturm Hausberge; vor Minden
werden die Franzosen zurückgewiesen
1682
7. Januar. Höchstes bekanntes Weserhochwasser; der Mindener Marktplatz
kann mit
Kähnen befahren werden (der
Hochwasserstein Ecke Bäckerstraße/Pulverstraße be-
findet sich heute nicht mehr
an seiner ursprünglichen Stelle)
28. Juli. Der Schmiedeamtmeister
Johann Stolte (um 1640-1713) wird im ersten Frei-
schießen bester Schütze;
an Johann Stolte erinnert ein Inschriftstein an der Stelle der
ehemaligen zu dem 1865 abgebrannten
Spital zum Hl. Geist gehörenden Mühle am
Simeonstor, den er als Provisor
der Stiftung 1693 an der Mühle einfügen ließ
Aus dieser Zeit stammt vermutlich
die ältere der beiden heute noch erhaltenen
Schützenkronen; vgl. 1733
20. Oktober. Der Mindener Director
Musices und Cantor des Gymnasiums Otto
Gibelius, namhafter Musiktheoretiker
und -pädagoge, seit 1642 in Minden tätig, hier
gestorben (geboren 1612 in Burg
auf Fehmarn)
1685
14. Oktober. Namens des Großen Kurfürsten wird eine Prämie
von 50 Talern für
den besten Schützen beim
Freischießen gestiftet; die Prämie wird noch heute in dem
jetzt alle zwei Jahre vom Mindener
Bürgerbataillon ausgerichteten Freischießen
verliehen
1705
11. Oktober. In Lübbecke vernichtet ein Stadtbrand einen großen
Teil der Stadt, das
Rathaus und das Stadtarchiv
1706
König Friedrich I. läßt zum letzten Mal in Minden Münzen
prägen; vgl. 977
1711
10. Juni. Die Mindener Stadtverfassung von 1301 wird suspendiert
1715-1718
Der »Mindische Bothe« erscheint als erste Zeitung in Minden;
eine der ältesten
Zeitungen in Westfalen
1719
Die Grafschaft Ravensberg wird mit dem Fürstentum Minden verwaltungsmäßig
vereinigt
Das v. Huß'sche Haus in
Minden, Pöttcherstraße 27, jetzt Stadtbücherei, wird gebaut
1720
20. Oktober. Der Rat der Stadt Minden richtet einen vierzehntäglichen
Linienschiffs-
verkehr auf der Weser nach Bremen
und zurück ein
1721 und
1722 Bauernunruhen in den Ämtern Petershagen und Rahden, gegen
die Willkür
der Pächter der Domänenämter
1723
8. März. Die Kriegs- und Domänenkammer Minden als Verwaltungsbehörde
für die
preußischen Länder
Minden, Ravensberg, Tecklenburg und Lingen gegründet; die
seit 1669 ebenfalls in Minden
ansässige Regierung bleibt daneben als Appellations-
gericht bestehen
14. Juli. König Friedrich
Wilhelm I. hebt in Minden die autonome Stadtverfassung
endgültig auf und erläßt
ein Stadtreglement
1727
8. Oktober. Der König erläßt auch für Lübbecke
ein Stadtreglement
1733
Die Mindener Bürgerkompanien lassen mit dem für Schanzarbeiten
erhaltenen Geld
die silberne (jüngere) Schützenkrone
des Bürgerbataillons anfertigen; vgl. 1682
1739-1743
Die heutige Evangelisch-Reformierte Petrikirche wird an der Stelle des
Baues
von 1674 errichtet und am 15.
Dezember 1743 eingeweiht; der Turm wird 1896 hinzu-
gefügt
1744
6. März. Weserhochwasser
1746
Eine in der Nähe von Rehme zutage tretende Solquelle gibt in den folgenden
Jahren
Veranlassung zur Errichtung der
Saline Neusalzwerk, Vorläufer des späteren Bad
Oeynhausen; vgl. 1830 und 1860
1747
Die »rote« Ruhr fordert in Minden viele Opfer
1753
7. August. In Minden wird eine staatliche Leihe-Bank errichtet
1754
Am Weserufer vor der Fischerstadt wird eine neue massive Schlagde angelegt
1757 und
1759 Im Siebenjährigen Kriege wird Minden zweimal von den Franzosen
einge-
nommen und besetzt
1759
I. August. In der Schlacht bei Minden werden die Franzosen von den Preußen
und
ihren Verbündeten unter
dem Oberbefehl des preußischen Heerführers Herzog Ferdi-
nand von Braunschweig entscheidend
geschlagen und scheiden aus dem Kriege aus ;
Frankreich verliert im Zusammenhang
mit dieser Niederlage seine nordamerikani-
schen Besitzungen an England;
ein an der Schlacht beteiligtes englisches Regiment
begeht noch heute alljährlich
den Tag der Rosen von Minden
1763
4. Juni. Friedrich der Große besucht Minden ; die veralteten Befestigungswerke
werden
geschleift
1764
An der Alten Kirchstraße in Minden wird eine Zuckerfabrik errichtet.
die ein Monopol
für die westlichen preußischen
Länder erhält
1768
29. Juni. In Minden wird mit Rücksicht auf die Bedeutung der Mindener
Messe ein
staatliches »Banco-Comtoir«
für Minden-Ravensberg und die gesamten westlichen
preußischen Länder
errichtet
1769
Der Buchhändler Johann Felix Carl Gsellius aus Celle gründet
in Minden die erste
Buchhandlung in Minden-Ravensberg,
die spätere Buchhandlung Körber & Freytag
1773
Die Haube des St.-Martini-Kirchturms brennt infolge eines Blitzschlags
ab; beim
Wiederaufbau
erhält das Turmdach seine heutige Gestalt
1774
23. Dezember. Ludwig Frhr. v. Vincke, erster Oberpräsident der Provinz
Westfalen,
in der Domdechanei am Großen
Domhof (wurde 1883 abgerissen, lag an der Stelle
des heutigen Postamts) geboren
(gestorben am 2. Dezember
1844)
1783-1789
Wilhelm Bach, Enkel von Johann Sebastian Bach, ist in Minden als Musikdirektor
und Komponist tätig (geboren
1759 in Bückeburg, gestorben 1845 in Berlin)
1784
22. Juli. Der Astronom Friedrich Wilhelm BesseI im Hause Kampstraße
28 geboren
(gestorben am 17. März 1846
in Königsberg)
Gründung einer höheren
Mädchenschule in Minden
1792
In Petershagen wird ein Lehrerseminar errichtet
1796-1802
Karl Frhr. vom Stein Präsident der Mindener Kammer, zugleich - mit
Dienstsitz
in Minden - Oberpräsident
aller westfälischen und niederrheinischen Kammern ; er
fördert Straßenbau,
Landwirtschaft und Gewerbe
1798
21. Juni. Vincke wird zum Landrat für den Kreis Minden gewählt;
er ist hier tätig
bis zu seiner Ernennung zum Präsidenten
der Kammer in Aurich am 8. 10. 1803 ;
vgl. 1774
1799
24. Februar. Weserhochwasser, nur 3 Zoll niedriger als 1552; vier Bogen
der Bunten
Brücke stürzen ein;
Wiederaufbau 1799-1800 als Holzkonstruktion auf steinernen
Pfeilern
1806
13. November. Minden wird von den Franzosen besetzt; die Kirche St. Simeonis
wird
Hospital, die Kirchen St. Mauritii
und St. Johannis werden Magazine; vgl. 1950
1807
Nach dem Frieden von Tilsit (9. Juli) wird Minden dem »Königreich
Westfalen«, mit
der Hauptstadt Kassel, einverleibt
1808
29. Februar. Die Regierung (Appellationsgericht) und am 31. März die
Kammer in
Minden stellen ihre Tätigkeit
ein; Verwaltung und Rechtspflege werden nach fran-
zösischem Muster umgestaltet
1810
13. Dezember. Das Mindener Land wird vom Königreich Westfalen abgetrennt
und
dem Kaiserreich Frankreich zugeschlagen
Das Kloster St. Mauritii und
die Stifte St. Marien, St. Martini und St. Johannis werden
aufgehoben, desgleichen die Stifte
Levern und Quernheim
1811
Das Mindener Domkapitel wird aufgehoben
1813
3. November. Die fliehenden Franzosen sprengen zwei Bogen der Mindener
Weser-
brücke; diese Bogen werden
dann durch eine Holzkonstruktion ersetzt; bei diesem
Provisorium verbleibt es bis
zum Neubau der Weserbrücke 1871-1874;
Vincke wird - mit Dienstsitz
in Münster - Zivilgouverneur der westfälischen Länder ,
später Oberpräsident
der neugebildeten preußischen Provinz Westfalen, zu der auch
das Mindener Land gehört
1815
1. Januar. Das anstelle der früheren Regierung (Appellationsgericht)
in Minden er-
richtete Oberlandesgericht nimmt
seine Tätigkeit auf
1816
1. August. Als Nachfolgerin der früheren Kriegs- und Domänenkammer
Minden tritt
an deren Stelle die Regierung
für den neu gebildeten Regierungsbezirk Minden
26. Oktober. Das Oberlandesgericht
stellt in Minden seine Tätigkeit ein und wird
nach Paderborn verlegt
1. November. Die Landkreise des
Regierungsbezirks Minden treten gemäß Verord-
nung der Regierung Minden ins
Leben; die Stadt Minden, als Festung und Sitz der
Regierung mit 6574 Einwohnern,
bleibt zunächst kreisfrei; der Kreis Minden (damals
noch ohne das Kirchspiel Rehme,
das erst am I. 1.1832 dem Kreis Minden angegliedert
wurde) ist mit 33300 Einwohnern
(ohne die Stadt Minden!) der bevölkerungsreichste
Kreis des ganzen Regierungsbezirks,
der Kreis Rahden (der heutige Kreis Lübbecke,
jedoch ohne die Kirchspiele Hüllhorst
und Schnathorst und die Gemeinde Ober-
bauerschaft, welche sämtlich
erst am I. I. 1832 angegliedert wurden) hat 28600, der
Kreis Bielefeld (einschl. Stadt
Bielefeld) hat 27900, der Kreis Paderborn (einschI. Stadt
Paderborn) hat 24700, der Kreis
Herford (einschl. Stadt Herford) hat 21000 Einwohner
Das Mindener Konsistorium wird
aufgehoben und mit dem Konsistorium in Münster
vereinigt
ab 1816
Die Stadt Minden wird wieder befestigt
1817
11. Juni. Die bisher kreisfreie Stadt Minden wird dem Landkreis Minden
eingegliedert
1817-1853
Das »Sonntagsblatt«, herausgegeben und redigiert von Dr. med.
Nicolaus Meyer
(geb. 29.12. 1775 in Bremen,
gest. 24.2. 1855 in Minden), einem vielseitigen Regierungs-
Medizinalrat, der u. a. einen
Briefwechsel mit Goethe pflegte, erscheint in Minden ;
vgl. 1826
1818
3. August. Der Turnplatz im Walde vor der Klus wird eingeweiht
1819
10./15. März. Das erste Dampfschiff auf der Weser, der »Herzog
von Cambridge«,
passiert Minden auf dem Wege
von Bremen nach Hannoversch-Münden
5. August. Das »Banco-Comtoir«
für die Provinz Westfalen, 1768 für Minden-Ravens-
berg und die gesamten westlichen
preußischen Länder errichtet, stellt in Minden
seine Tätigkeit ein und
wird nach Münster verlegt
um 1820-1825
Der Wittekindsturm, später Moltketurm genannt, auf dem höchsten
Punkt
des Wittekindsberges als Signalturm
errichtet, wird mit Hilfe von privaten Spenden
bis zu einer Höhe von 50
Fuß gebracht und als Aussichtsturm eingerichtet
1823
10. September. Durch die in Minden von allen Uferstaaten der Weser abgeschlossene
Weserschiffahrtsakte wird die
Freiheit der Schiffahrt auf der Weser von Hannoversch-
MÜnden bis zur Mündung
ausgesprochen; alle Sonderrechte werden aufgehoben, an
die Stelle der verschiedenen
Schiffahrtsabgaben tritt ein fester » Weserzoll« ; die Weser-
schiffahrt wird dadurch wesentlich
erleichtert
1825
21. Januar. Die Regierung zu Minden gibt die Einrichtung eines »polytechnischen
Unterrichts« in Minden
für junge Bauhandwerker bekannt; erste Fortbildungsschule
in Westfalen
8. Februar. Die »Westfälische
Gesellschaft zur Beförderung vaterländischer Cultur«
wird in Minden gegründet;
die Gesellschaft ist in verschiedene Sektionen gegliedert,
auf die Sektion für Geschichte
und Altertumskunde geht der Mindener Geschichts-
und Museumsverein zurück;
die Gesellschaft verfügt bald über eine ansehnliche eigene
Bibliothek; vgl. 1947
1826
31. März. Goethe wird durch Vermittlung seines Mindener Freundes Dr.
Nicolaus
Meyer Ehrenmitglied der »Westfälischen
Gesellschaft« in Minden
22. August. Das Theater, am Petrikirchweg
in einer ehemaligen Scheune eingerichtet,
»Schauspiel-« oder
»Comödien-Haus« genannt, wird eröffnet; 1854 wegen
Baufällig-
keit wieder geschlossen
15. Dezember. Die »Städtische
Sparkasse und Leihbank« in Minden wird gegründet;
von 1865 bis zur Wiedereröffnung
am 1.10. 1898 mit Rücksicht auf die Kreissparkasse
vorü bergehend geschlossen
1828
Gründung des Mindener Musikvereins
1829
Die Simeonskaserne (»Defensionskaserne«) erbaut
18. Oktober- Das erste Wittekindsdenkmal
Deutschlands wird auf Gut Wedigenstein
an der Porta Westfalica eingeweiht
1829-1830
Das Garnisonlazarett, heute Kreiskrankenhaus, errichtet; entstanden unter
dem
maßgebenden Einfluß
Karl Friedrich Schinkels (1781-1841), ebenso wie die Simeons-
kaserne, die Bäckerei und
das Magazin; vgl. 1836
1830-1845
Unter Oberleitung des Oberbergrats Karl Frhr. v. Oeynhausen (1795-1865)
wird
bei Rehme-Neusalzwerk in fünfzehnjähriger
Arbeit eine Bohrung bis auf annähernd
700 m niedergebracht - damals
die tiefste Bohrung der Welt - und eine wertvolle
Thermal-Heilquelle erschlossen;
Badebetrieb seit 1839, Sommer 1845 die erste Saison
des neuen Bades, dem am 24. 8.
1848 der Name »Bad Oeynhausen« beigelegt wird ;
vgl. 1746 und 1860
1832
I. Januar. Die Stadt Lübbecke wird - anstelle von Rahden - Hauptort
des nunmehr
nach dieser Stadt benannten Kreises
Lübbecke und Sitz der Kreisverwaltung; gleich-
zeitig werden die bisher zum
Kreis Bünde (1816 gebildet, 1832 aufgelöst) gehörenden
Kirchspiele Hüllhorst und
Schnathorst und die Gemeinde Oberbauerschaft dem Kreis
Lübbecke angegliedert
1836
3. Januar. Die Bürgerschule an der Ritterstraße, eine »Mittelpunktschule«
für die
ganze Stadt, dank der Initiative
des Bürgermeisters Kleine 1834 begonnen, wird eröff-
net; Kleines Grabdenkmal wird
1854 auf dem Schulhof errichtet
Die Heeresbäckerei und das
Proviantmagazin am Martinikirchhof werden erbaut ;
vgl. 1829/30, Schinkel
1837-1839
Der Kölner Erzbischof Clemens August Frhr. Droste zu Vischering (1773-1845,
Erzbischof seit 1835) in Minden
in Festungshaft; »Kölner Kirchenstreit« über konfessio-
nell gemischte Ehen
1841
20.Januar. Weserhochwasser; weitere Hochwasser: 29.1. 1846, 11. 3.1881,
27.11. 1890,
7.2. 1909, 20.1. 1918, 3.1. 1926,
10.2.1946
1842
9. November. Der an den Dom angebaute, mit einer Durchfahrt versehene Südflügel
des Regierungsgebäudes in
Minden am Großen Domhof (jetzt Stadthaus) brennt ab
1843
Die Weser-Dampfschiffahrts-Gesellschaft nimmt ihren Betrieb auf; 1842 in
Hameln
gegründet
1847
15. Oktober. Die Köln-Mindener Eisenbahn wird auf der ganzen Strecke
in Betrieb
genommen; das jetzige Empfangsgebäude
des Bahnhofs (1846/47 erbaut) wird der
Öffentlichkeit übergeben
1849
31. März. Die Delegation des Frankfurter Parlaments (darunter Ernst
Moritz Arndt),
die dem König von Preußen
die deutsche Kaiserkrone antragen sollte, kommt durch
Minden und übernachtet im
»Grünen Wenzel«
18. Mai. Einführung des
elektrischen Telegraphen in Minden
24. Mai. Die Handelskammer in
Minden konstituiert sich
18. Dezember. Ein »Generalrat
für die Interessen und Angelegenheiten des Hand-
werks« wird errichtet;
Vorläufer der Handwerkskammer
1850
I. Januar. Minden wird Sitz einer Oberpostdirektion für den Bereich
des Regierungs-
bezirks Minden und für die
preußische Post im Waldeckischen (vom 1. 7. 1869 bis
31. 12. 1875 zeitweilig aufgehoben
und mit der OPD Münster vereinigt)
1855
30. Mai. Die »Kreisspar- und Darlehnskasse zu Minden« gegründet
1856
26. Januar. Der »Weserzoll« wird durch Vertrag zwischen Preußen,
Hannover, Kur-
hessen und Bremen aufgehoben;
vgl. 1823
21. Juni. Das »Kreisblatt
für die Kreise Minden und Lübbecke«, seit dem I. I. 1919
»Mindener Tageblatt«
genannt, beginnt zu erscheinen
1858
9. Juli. Franz Boas, später berühmter Anthropologe und Ethnologe
in New York,
an der Kampstraße geboren
(gest. 21. 12. 1942 in New York)
1859
1. August. Einweihung des Denkmals zur Erinnerung an die Schlacht bei Minden
1759
1860
1. Januar. Bad Oeynhausen wird zur Stadt erhoben; vgl. 1830
1861
8. Mai. Der Mindener Kaufmmann und namhafte Gelehrte Ernst Friedrich Mooyer
gestorben (geb. 6. 8. 1798 in
Minden)
1864
I. Februar. Das Mindener Gaswerk, 1852 infolge Privatinitiative angelegt,
wird von
der Stadt angekauft
Die Kettenbrücke über
die Weser an der Porta wird von der 1857/60 errichteten
Eisenhütte »Porta
Westalica« gebaut und später auch für den Personenverkehr
frei-
gegeben, Brückengeld; Brücke
gesprengt 3. 4. 1945
1865
Die »Bürger-Zeitung«, seit 1874 »Mindener Zeitung«
genannt, beginnt zu erscheinen
(bis 30. 12. 1939 )
1871
25. Dezember. Das Theater in der Tonhalle wird eröffnet
1872
16. September. Die Malerin, Grafikerin und Schriftstellerin Ida Caroline
Ströver auf
Gut Wedigenstein an der Porta
geboren (gest. 2.2. 1955 in Minden)
1873
30. Mai. Die Festung Minden wird durch Reichsgesetz aufgehoben, die Rayonbeschrän-
kungen hören auf
1874
Der 1871 begonnene Neubau der Weserbrücke - Eisenkonstruktion mit
nur einem
pfeiler im Flußbett und
zwei Stromöffnungen - wird vollendet; vgl. 1813, 1915
Beginn der Entfestigung
1876
13. Juli. Der Dichter, Baudelaire-Übersetzer und Verleger Max Bruns
in Minden
geboren (gest. 22.7. 1945 in
Minden)
1. Oktober. Die Dichterin
Gertrud Freiin v. Le Fort in Minden geboren
1878
24. September. Die Stadt Minden kauft für 177600 Mark wesentliche
Teile des Festungs-
geländes an
1882
17. Oktober. Die Landwirtschaftsschule in Minden wird gegründet
1883
Juni. Baubeginn der städtischen Kanalisation in Minden
1885
1. Juli. Der städtische Schlachthof in der Fischerstadt wird in Betrieb
genommen ;
bestand bis 1967
1887
1. Juli. Das erste Ortsfernsprechnetz in Minden mit 34 Teilnehmern wird
in Betrieb
genommen; seit 1898 auch Fernleitungen
nach außerhalb
1888
1. April. Das erste städtische Wasserwerk in Minden wird in Betrieb
genommen
1889-1890
Die Bunte Brücke erhält im wesentlichen ihre jetzige Gestalt,
Verkehrsübergabe
am 22. 11. 1890
1892
Die Vinckestraße wird angelegt; der Große Domhof wird damit
auch nach Osten,
zur Weser hin, geöffnet
1893
7. September. Die (zunächst private) Dampfstraßenbahn Minden-Barkhausen
wird
in Betrieb genommen; sie wird
1914 von der Straßenbahn Minden GmbH. über-
nommen, um sie (seit 1924) zu
elektrifizieren und weitere Linien auszubauen; der
Betrieb wurde am 31. 12. 1959
eingestellt
1896
18. Oktober. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Wittekindsberg, 1892 begonnen,
wird eingeweiht; Bildhauer: Kaspar
v. Zumbusch, Wien, Architekt: Bruno Schmitz,
Berlin
1898
3. Dezember. Die Strecke Minden-Petershagen-Uchte der Mindener Kreisbahn
wird
in Betrieb genommen; es folgen:
1903 Minden-Eickhorst (1907 weiter bis Lübbecke),
1915 Minden-Wegholm, 1916 der
Hafenanschluß, 1921 Minden-Kleinenbremen
1901
Die Eisenbahnstrecke Bünde-Lübbecke-Bassum wird in Betrieb genommen
18. Juni. Das Denkmal des Großen
Kurfürsten am Mindener Wesertor wird enthüllt
(Bildhauer: Wilhelm Haverkamp,
Berlin); zwei Tage später wird ein Zweitguß in
Kiel vor der Marineakademie enthüllt
(im Zweiten Weltkrieg zerstört) ; seit dem
21. 10. 1949 befindet sich das
Denkmal an seinem jetzigen Standort, neue Gestaltung:
Architekt Werner March, Berlin
1902
Bau des städtischen Krankenhauses in Minden an der Hardenbergstraße
1902-1906
Am Klausenwall wird ein neues Regierungsgebäude (seit 1949 Bundesbahn-
zentralamt) errichtet (Juni 1906
bezogen) ; das bisherige Regierungsgebäude am
Großen Domhof wird Stadthaus
1903
Zu Beginn des Jahres wird das städtische Elektrizitätswerk in
Betrieb genommen;
am I. 10. 1913 in die EMR-GmbH.
eingebracht
1908
4. Oktober. Das heutige Stadttheater an der Tonhallenstraße wird
mit einer Auf-
führung der Iphigenie eingeweiht
1911
Die Kirche St. Simeonis erhält ihren jetzigen Turm; vgl. auch 1594
1912
Das Mindener Heimatmuseum wird von Max Matthey (1875-1951) im Hause der
ehemaligen Körber und Freytagschen
Buchhandlung, Ritterstraße 23 (vgl. 1769), be-
gründet; Eröffnung
am 20.9. 1922; jetzt Mindener Museum
1914
Die Überführung des Mittellandkanals über die Weser wird
vollendet; 375 m lang,
12 m über der Weser, größtes
Kanalbrückenbauwerk in Europa; Fertigstellung des
Rhein-Weser-Kanals am 13.11.1914
1915
16. Februar. Der Rhein-Weser-Kanal und die Schleusen zwischen Kanal und
Weser
werden in Betrieb genommen
11. Mai. Die 1914/15 erbaute
neue Weserbrücke, mit nur einer Stromöffnung, wird
dem Verkehr übergeben; es
handelt sich um die noch heute in Gebrauch stehende
Brücke; vgl. 1874
2. September. Die Stadt Minden
verkauft ihren Restanteil am Mindener Wald an
den Landkreis
1916
Im Herbst des Jahres wird die Strecke Minden-Hannover des Mittellandkanals
in
Betrieb genommen
1921
Die Eisenbahnstrecke Minden-Nienburg wird in Betrieb genommen
Die Weser erreicht in diesem
Jahr einen ungewöhnlich niedrigen Wasserstand
1924
Mai. Der erste hauptamtliche Stadtarchivar in Minden, Dr. Martin Krieg
(1892-1962),
tritt seinen Dienst an
1927
Bau der Petersen-Brücke über die Weser bei Eisbergen
1928
Bau der Weserbrücke Uffeln-Vlotho
1932
I. April. Die Industrie- und Handelskammer Minden wird aufgehoben und mit
der
Bielefelder Kammer vereinigt;
vgl. 1849
1934
31. März. Die Oberpostdirektion Minden wird aufgehoben und im wesentlichen
mit
der OPD Münster vereinigt;
vgl. 1850
1938
Die Autobahnstrecke Ruhrgebiet - Hannover wird dem Verkehr übergeben
1943-1945
Während des Zweiten Weltkriegs fordern mehrere Bombenangriffe auf
die Stadt
Minden zahlreiche Todesopfer
unter der Zivilbevölkerung:
29. 12. 1943: Kampstraße,
29 Tote; 26. 10. 1944: Kanalüberführung (Kistenfabrik Gebr.
Busch), 65 Tote; 6. II. 1944:
West- und Nordstadt, 108 Tote; 6. 12. r944: Innen- und
Oststadt, 34 Tote; 11.12.1944:
KreisbahnhofKönigstor, 5 Tote; 28.3. 1945: Stadtkern,
171 Tote; ferner beim Einzug
der Besatzungstruppen und in den nächsten Monaten:
15 Tote
1945
28. März. Besonders schwerer Bombenangriff auf den Mindener Stadtkern;
Dom,
Rathaus und zahlreiche andere
Gebäude werden zerstört
4. April. Von den abziehenden
deutschen Truppen werden Kanalüberführung und
Weserbrücke gesprengt und
Heeresbäckerei und Proviantmagazin in Brand gesetzt
1945-1949
Am 10.4. 1945 beginnend, müssen im Osten des Kreises Minden zunächst
Lahde,
dann auch Bierde, Ilserheide,
Raderhorst, Preußisch- und Bückeburgisch-Frille, Wie-
tersheim und Päpinghausen,
sowie Cammer im benachbarten Kreis Stadthagen,
von der deutschen Bevölkerung
geräumt und den Polen übergeben werden; als
letzte Gemeinde wird Lahde am
8. 9. 1949 wieder frei
Räumung auch von Teilen
der Stadt Minden und von 2/3 der Stadt Bad Oeynhausen,
die bis 1955/56 Sitz des Hauptquartiers
der britischen Rheinarmee wird
1946
10. Februar. Weserhochwasser
1946-1947 Das Verwaltungsamt
für Wirtschaft, zuständig zunächst für die britische,
dann
auch für die amerikanische
Besatzungszone, hat seinen Sitz in Minden; nach dem
10. 6. 1947 nach Frankfurt a.
M. verlegt
1947
2. Juni. Die Verlegung der Regierung von Minden nach Detmold wird angeordnet;
beim Umzug der Regierung wird
auch die Bibliothek der »Westfälischen Gesellschaft«
mit überführt; vgl.
1825
Ende Juni. Die instandgesetzte
Weserbrücke ist wieder benutzbar; vgl. 1915
1949
18. Februar. Der Mittellandkanal wird nach Wiederherstellung der Kanalüberführung
in Betrieb genommen; vgl. 1914
Gegen Ende des Jahres wird das
Bundesbahnzentralamt (früher in Berlin) nach
Minden verlegt
1950
Das Diakonissen-Mutterhaus Salem-Köslin siedelt nach Minden über
17. Dezember. Die Kirche St.
Mauritii wird nach Wiederherstellung als katholische
Kirche in Gebrauch genommen;
vgl. 1806
1952
Juni. Der Bismarckturm auf dem Jakobsberg (Porta Westfalica) abgebrochen,
der
Fernmeldeturm errichtet
1953
18. Oktober. Das erweiterte und neu gestaltete Mindener Museum wieder eröffnet
Die ev. Kirche St. Lukas in Minderheide
(filia von St. Marien) geweiht
1954
29. Mai. Die Straßenbrücke über die Weser an der Porta
Westfalica (Hohlkasten-
konstruktion, erste vollständig
geschweißte Brücke Europas) dem Verkehr übergeben
Die ev. Kirche St. Markus in
Leteln (filia von St. Marien) geweiht
1955
24. September. Das wiedererrichtete Mindener Rathaus wird eingeweiht; Architekt:
Werner March, Berlin
4. Juni. Die kath. Kirche St.
Maria in Lahde geweiht
1957
29. Juni. Weihe des wiederaufgebauten Mindener Domes; Architekt: Werner
March
1958
15. März. Die kath. Kirche St. Johannes Baptista in Petershagen geweiht
1959
Die auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsanstalt nach Kriegsende
entstandene
Siedlung Espelkamp wird zur Stadt
erhoben
2. Februar. Minden wird wieder
Garnison
22. November. Die kath. Kirche
St. Paulus in Minden geweiht
1960
10. November. Die kanalisierte Mittelweser dem Verkehr übergeben
1961
28. Mai. Die kath. Dreifaltigkeitskapelle an der Sedanstraße in Minden
geweiht
1961-1966
Auf dem Königsplatz in Minden werden das Städtische Mädchengymnasium
und
die Städtische Mädchenrealschule
sowie Sporthalle und Aula für beide Schulen errichtet
1962
Januar. Zusammenlegung des Arbeitsamts in Minden mit dem Arbeitsamt in
Hertfrd,
in Minden verbleibt lediglich
eine Nebenstelle
September. Inbetriebnahme des
ersten 100-MW-Blockes des Gemeinschattskraft-
werkes Weser in Veltheim; 2.
Block mit 100 MW im März 1965,3. Block mit 300 MW
im März 1970 in Betrieb
genommen
1963
I. Januar. Aus dem rechts der Weser gelegenen Ortsteil der Gemeinde Schlüsselburg
wird die Gemeinde Wasserstraße
gebildet
29. Mai. Eröffnung des Hallenschwimmbads
in Minden
18. Juni. Das ehemals v.Huß'sche
Haus Pöttcherstraße 27 wird nach umfassender
Restaurierung als Stadtbücherei
in Gebrauch genommen; vgl. 1719
15. Dezember. Die ev. Erlöserkirche
am Unterdamm in Minden (filia von St. Martini)
geweiht
1964
20. Januar. Die Kreisberufsschule am Habsburgerring in Minden, gewerbliche
Ab-
teilung, eingeweiht; vgl. auch
1967
3. Mai. Die ev. Kirche St. Thomas
in Rodenbeck (filia von St. Simeonis) geweiht
18. Mai. Die ev. Kirche St. Matthäus
aufdem rechten Weserufer (filia von St. Marien)
geweiht
1. Oktober. Die Staatliche Ingenieurschule
für Bauwesen in Minden eröffnet
1965
27. Juni. Die kath. Kirche St. Ansgar in Minden geweiht
1966
Der Museumshof in Rahden errichtet; Hofanlage aus dem Nordteil des Kreises
Lübbecke
November. Die Bauarbeiten an
der neuen Straßenbrücke über die Weser bei Peters-
hagen werden aufgenommen
1967
Beginn der Arbeiten zur Verbreiterung des Mittellandkanals; künftig
schiffbar für
Europaschiff 1350 t
18. März. Der neue Schlachthof
an der Stiftsallee in Minden in Betrieb genommen ;
vgl. 1885
23. Mai. Die Kreisberufsschule
in Minden, kaufmännische Abteilung, eingeweiht;
vgl. auch 1964
18. Juni. Das Melittabad eröffnet;
entstanden dank der Initiative und einer Stiftung
des Mindener Fabrikanten Horst
Bentz
30. Juni. Grundsteinlegung für
den Neubau der Frauenklinik beim Kreiskrankenhaus
an der Portastraße
6. Juli. Grundsteinlegung für
den Neubau der chirurgischen Klinik beim Stadt-
krankenhaus an der Bismarckstraße
1968
Beginn der Bauarbeiten an der Bundesautobahn Bad Oeynhausen -Osnabrück
- Nieder-
lande
Der Landkreis Minden hat 200000
Einwohner
26. Juni. Gebietsänderungsverträge
zwischen der Stadt Minden und ihren Rand-
gemeinden Dankersen und Hahlen;
31. August mit Stemmer, Todtenhausen und
Kutenhausen; 7. Dezember
mit Meißen (Zeitpunkt des Inkrafttretens noch offen)
29. September. Aufnahme des fahrplanmäßigen
elektrischen Zugbetriebs auf der
Eisenbahnstrecke Hamm- Minden
- Wunstorf
1969
12. März. Beginn der Bauarbeiten an der Mindener Nordbrücke,
die in Verlängerung
der Ringstraße südlich
der Kanalüberführung die Weser überqueren wird
Juni. Beginn der Bauarbeiten
an der Straßenbrücke südlich Minden, die die neu
trassierte Bundesstraße
65 über die Weser führen soll
26. Juni. Gebietsänderungsverträge
zwischen der Stadt Minden und den Gemeinden
Leteln und Aminghausen (Zeitpunkt
des Inkrafttretens noch offen)
1970
10. Juli. Die 1969/70 auf vier Fahrspuren verbreiterte Bunte Brücke
wird wieder dem
Verkehr übergeben
Der Neubau für die Kreisverwaltung
Minden an der Portastraße in Minden wird
begonnen
Die Kreissporthalle Ecke Hahler
Straße/ Bayernring in Minden wird eröffnet; Bau-
beginn 6. Oktober 1967; Fassungsvermögen
3000 Zuschauer
Das Haus Papenmarkt 2 in Minden
wird wiederhergestellt
Aus:
Johann Karl von Schroeder: Minden und das Mindener Land in alten
Ansichten.
Marowskys Buchhandlung gemeinsam mit Verlag Aschendorff. Münster.
1971.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlages |